Diabetikervereinigung Heilbronn

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Typ-1-Diabetes

Rund 400.000 Menschen in Deutschland sind an Typ-1-Diabetes erkrankt. Dabei handelt es sich um eine "Autoimmunerkrankung". Das bedeutet, dass das körper-
eigene Immunsystem, das in erster Linie der Abwehr krankmachender Keime dient, sich aus bislang unklaren Gründen plötzlich gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse richtet und diese zerstört. In der Folge kommt es innerhalb weniger Tage bis Wochen zum Ausbleiben der Insulinproduktion. 

Insulin muss subkutan per Spritze, Pen oder Insulinpumpe verabreicht werden.

Die häufigsten Fragen

Wie merke ich, dass ich Typ-1-Diabetes habe?

Der Überschuss an Zucker im Blut, der nicht als Energie verbrannt oder gespeichert werden kann, wird über den Urin ausgeschieden. Deshalb auch der Name: Diabetes mellitus = honigsüßer Durchfluss.  Erhöhter Blutzucker (auch Hyperglykämie genannt) bzw. ein Mangel an Insulin macht sich beispielsweise bemerkbar durch:

  • Durst
  • Harndrang
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Sehstörungen
  • Gewichtsabnahme

Steigt der Blutzucker zu hoch an, kann es passieren, dass Sie in ein diabetisches Koma (lebensgefährliche hyperglykämische Blutzuckerentgleisung) fallen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für Typ-1-Diabetiker

Liegt bei Ihnen ein Diabetes Typ 1 vor, dann muss das fehlende körpereigene, lebensnotwendige Insulin durch künstliches Insulin via Spritze, Pen oder Insulinpumpe verabreicht werden.

Insulin kann schnell den Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Körperzellen schleusen (schnell wirksames Insulin, Bolusinsulin) oder nur langsam (langsam und andauernd wirksames Insulin, Basalinsulin). Mischt man beide Insulinsorten, so erhält man ein Mischinsulin, dessen Wirkung weder zu schnell noch zu langsam einsetzt. Mit sog. Insulinanaloga haben Forscher vor einigen Jahren ein noch schnelleres und kürzer wirkendes Insulin als das Bolusinsulin entwickelt, das keinen langen Spritz-Ess-Abstand erfordert.

Folgende Therapiemöglichkeiten werden heutzutage bei Typ 1 Diabetikern angewendet:

Konventionelle Therapie (CT)

Zwei- bis dreimal (IMT = Intensivierte Mischinsulin-Therapie) wird täglich zu festen Zeiten ein Mischinsulin gespritzt.

Diese Therapieform erfordert einen möglichst gleichmäßigen Tagesablauf und ein schematisches Ernährungsverhalten. Ihre Mahlzeiten können Sie nicht flexibel gestalten.

Die den Blutzucker beeinflussenden Kohlenhydrate müssen nach Zeitplan eingenommen werden, um Hypoglykämien und Hyperglykämien zu vermeiden. Da wir nachts für gewöhnlich keine Nahrung zu uns nehmen, kann diese Therapieform leicht zu Hypogly- kämien führen.

Diese Therapieform wird deshalb heutzutage nur noch selten angewandt.

Intensivierte konventionelle Therapie (ICT)

Ein- bis zweimal wird täglich zu festen Zeiten ein lang wirksames Basalinsulin gespritzt, das den Grund bedarf, den der Körper an Insulin benötigt, deckt.

Zu den Mahlzeiten oder um hohe Blutzuckerwerte zu korrigieren, wird ein kurz wirksames Bolusinsulin verabreicht.

Diese Therapieform ermöglicht mehr Flexibilität im Alltag und findet heute häufig Einsatz.

Insulinpumpe (CSI, Kontinuierliche Subkutane Insulininjektion)

Kontinuierlich wird ein Insulinanalogon/Bolusinsulin über eine Insulinpumpe verabreicht, die der Patient am Körper trägt. Ein Schlauch führt das Insulin über die Insulinpumpe zu einem Katheter, den sich Patienten etwa alle zwei Tage neu setzen.

Der Grundbedarf an Insulin wird einprogrammiert und ist flexibel an Änderungen im Alltag anpassbar.

Zu den Mahlzeiten oder zur Korrektur von Blutzuckerwerten verabreicht der Patient per Knopfdruck über die Pumpe die Insulindosis selbst oder steuert seine Pumpe mit einer Fernsteuerung, die gleichzeitig als Blutzuckermessgerät fungiert. Mit der integrierten Software können Bolusabgaben berechnet und abgegeben werden (Bolusrechner). Jeder Patient hat die Möglichkeit die Bolusvorschläge manuell zu ändern. 

Kontinuierliche Glukosemessung (CGM)

Ein sogenanntes CGM-System misst die Glukosekonzentration in der Unterhaut-gewebeflüssigkeit (nicht die Blutglukose) kontinuierlich (etwa alle drei Minuten, 24 Stunden pro Tag). Auf dem Display erhalten Sie ein Abbild Ihrer Werte, zudem einen Glukoseverlauf, sodass Sie beispielsweise bei Gefahr einer aufkommenden Hypoglykämie rechtzeitig agieren können.

Das CGM-System ist das optimale Gerät, um Therapieunsicherheiten aufzudecken. Es besteht die Möglichkeit, sich ein CGM-System über mehrere Tage auszuleihen (informieren Sie sich bei Ihrem Arzt).